Landesverband Hochbegabung Baden-Württemberg e.V.

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Landesverband Hochbegabung Baden-Württemberg verleiht erstmalig den Preis "Begabtenförderer des Jahres"

Der geteilte Preis geht an die Grundschulrektorinnen Angelika Raum (Esslingen) und Ilse Streller (Baden-Baden)

Öffentliche Preisverleihung am 20. November 04 in Stuttgart im Haus der Wirtschaft

STUTTGART. Am Samstag, den 20. November 2004, verleiht der Landesverband Hochbegabung Baden-Württemberg e.V. bei seiner jährlichen Herbstversammlung im Haus der Wirtschaft in Stuttgart zum erstenmal seinen Preis der Begabtenförderer des Jahres. Die beiden von Eltern vorgeschlagenen Preisträgerinnen sind die Rektorin Angelika Raum der Grundschule Silcherschule Esslingen und die Rektorin Ilse Streller, Grundschule Ebersteinburg, Baden-Baden. Der Preis in Höhe von jeweils 250 Euro wird durch Regierungsschuldirektor Heinz Jansen vom Referat Vorschulische Erziehung und Grundschule des Kultusministeriums Baden-Württemberg, in Vertretung von Frau Ministerialrätin Christa Engemann, überreicht werden.

Die Anerkennung und Auswahl durch die Eltern erfolgte auch aufgrund der begeisterten Berichte, die junge Kinder über diese Lehrkräfte zuhause gaben: „Er war begeistert von den Lernmaterialien, die ihm zur Verfügung standen, und konnte in bestimmten Gebieten, wie beispielsweise Mathematik und Geographie, Kenntnisse erwerben, die weit über das für die Klassenstufe Übliche hinausgingen“ heißt es im Vorschlag zur Preisvergabe. Die Leistungen dieser jungen Kinder wurden anerkannt, sie gerieten nie zum Außenseiter und waren immer gut in den Klassenverband integriert. Für die Eltern waren beide Lehrkräfte, aber auch deren Kollegen und Kolleginnen, stets ansprechbar, gaben Anregungen und halfen bei Unsicherheiten, vor allem, als es nach der Früheinschulung um das zusätzliche Überspringen ging. Eine Aussonderung in eine Spezialschule stand für sie nie zur Debatte.

Mit dem Begabtenförderpreis sollen auch zukünftig Personen im staatlichen Schulsystem des Landes ausgezeichnet werden, die sich der Förderung besonders begabter, junger Schülerinnen und Schüler angenommen haben, so die 1. Vorsitzende des Landesverbandes Theresa Müller. Zu dieser Förderung gehört u.a. die entwicklungsgerechte Einschulung von besonders begabten Kindern, die im Alter von 5 Jahren ihren Altersgenossen oft bereits um ein oder zwei Jahre voraus sind. Im Schuljahr 2003/2004 ist in Baden-Württemberg die Zahl der vorzeitig eingeschulten Kinder auf 10,6 Prozent gestiegen.

Diese mehr als 12 000 Jungen und Mädchen sind erst nach dem sog. Stichtag 30.Juni sechs Jahre alt geworden, und dies oft erst in der zweiten Hälfte ihres ersten Schuljahres. Der offiziell erlaubte Umgang mit Buchstaben und Zahlen im Alter von 5 Jahren – an den Internationalen Schulen in Deutschland die Regel und im angelsächsischen Schulsystem der staatliche vorgegebene Standard - hängt auch in Baden-Württemberg nicht selten noch von der Vorlage eines IQ-Ausweises von mindestens 130 ab. Diese Verfahrensweise lässt jedoch eher das stark zunehmende und nicht immer seriös arbeitende Testgewerbe blühen und drängt Kindern schuljahrelang ein IQ-Schild auf.

Wer aber mit 18 Jahren aufhören soll, muss auch mit fünf Jahren anfangen dürfen. Und nicht zuletzt muss er darauf bauen können, an staatlichen Schulen auf entsprechend ausgebildete und handelnde Lehrkräfte zu treffen, wie die beiden Klassenlehrerinnen und Rektorinnen Angelika Raum und Ilse Streller. Angelika Raum wird ihr Unterrichtskonzept bei der Preisverleihung vorstellen.

Weitere Information für Eltern und Lehrkräfte unter: www.lvh-bw.de, oder Tel. 0711-281 304 und 07581-8215.

Hinweis:

Die öffentliche Preisverleihung findet am Samstag, den 20. November 2004 um 13.30 Uhr in Stuttgart im Haus der Wirtschaft, Raum Mannheim statt.

16.11.2004

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