Kontakt:
Frau Menzel-Beck, Tel. 07156-951458
Frau Hiltraut Vieth, Tel: 07144 – 178 44
Frau Karin Schuster, Tel. 07151 - 27 65 229.
email: eg-stuttgart(at)lvh-bw.de
Der nächste Elternabend der EG Stuttgart findet statt am Donnerstag, dem 30.09.2010 ab 19.30 Uhr in den Räumen der KISS (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen), Tübinger Str. 15 (unten im Haus ist die Jeanshalle), Stuttgart Mitte.
Der darauffolgende Termin findet statt am Donnerstag, dem 18.11.2010.
Anmeldung bitte bei Frau Menzel-Beck Tel. 07156-951458,
Frau Vieth Tel. 07144 - 17844
Frau Karin Schuster Tel. 07151 - 2765 229 oder per
eMail an die Elterngruppe.
Am 20. Januar 2009 fand eine Info-Veranstaltung zum Thema "Hochbegabtenförderung in Stuttgarts Gymnasien" statt.
Informationen finden Sie hier
Irene Mundel ist dabei, aufzuzählen, wie man als Elternteil hellhörig werden könnte - in Sachen Hochbegabung. Sie und Karin Schuster haben beide hochbegabte Kinder, wollen aber weder konkrete Fälle noch Namen nennen. "Der Neid anderer Eltern ist groß und man muss deshalb als Betroffene vorsichtig mit dem Thema umgehen, um seinen Kinder auch ein Stück weit zu schützen," erklärt Irene Mundel.
Stattdessen schildern sie einen anonymen Fall: "Ein Junge war als guter Schüler in der Klasse bekannt, dann verschlechterten sich seine Leistungen dramatisch, er hatte große Probleme bei den Hausaufgaben. Die Eltern riefen dann besorgt beim Landesverband Hochbegabung an. Ein Intelligenztest ergab, dass das Kind hochbegabt ist, die Schule akzeptierte aber den Test nicht. Also kam er erstmal auf die Realschule, dann konnte er zur sechsten Klasse in ein Gymnasium wechseln, wo er mehr gefördert wird."
Die Annahme, dass ein hochbegabtes Kind nur Einsen von der Schule mit nach Hause bringt, ist falsch. "Nicht jedes hochbegabte Kind geht mit fliegenden Fahnen durch die Schule und räumt nur super Noten ab," meint auch Karin Schuster. Oft sei das Tempo, mit dem in der Klasse gelernt werde, zu langsam für den begabten Schüler, der dann gelangweilt abschalte und oft wieder den Einstieg verpasse. "Vier Wochen nach Schulbeginn gehen beim Landesverband die meisten Anrufe von besorgten Eltern ein", weiß Irene Mundel. Es komme auch schon mal vor, dass die Lehrer einen Verdacht haben und die Eltern ansprechen, ganz nach dem Motto: "Ihr Kind ist aber schon sehr weit, ist das normal?"
Im häuslichen Umfeld merke man den Kindern ihre Hochbegabung etwa an, wenn sie schon in "ganz früh ganz ausgeprägte Interessen haben, wie etwa das Thema Ägypten. Oder sie wissen alles über Dinosaurier und können sich zu einem Thema über einen enorme Zeitspanne konzentrieren" ,berichtet Irene Mundel. Auch wissen sie von Fällen, bei denen die Kinder im Alter von sechs Jahren schon das Spiel " Die Siedler von Catan" spielten.
Wichtig sei es, die Kinder aber trotz ihrer Hochbegabung nach wie vor wie "ganz stinknormale Kinder zu behandeln, die die gleichen Macken und Vorzüge haben wie jedes andere Kind". Karin Schuster plädiert dafür, die Kinder ganz normal mit anderen spielen zu lassen und nicht alles "auf der intellektuellen Schiene" laufen zu lassen. Sonst sei es für die Kinder schwierig, ständig mit dem Etikett "Hochbegabung" zu leben. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, die Kinder angemessen zu fördern. Schuster räumt ein, dass es "immer ein Spagat ist zwischen dieser normalen Behandlung und angemessen Fördern."
Der Landesverband, der hauptsächlich betroffenen Eltern berät, engagiert sich dafür, dass hochbegabte Kinder in Zukunft besser schulisch gefördert werden. Irene Mundel erläutert: "Wir wollen unter anderem Spezialklassen an Gymnasien für Hochbegabte. Außerdem sollten Pädagogen stärker fortgebildet werden, um Signale einer Hochbegabung früher zu sehen und angemessen zu reagieren. Auch in der Grundschule soll man flexibler mit den Kindern umgehen. Es ist eben eine Frage der Umstellung des Unterrichts."
Die Begabtenförderung müsse in die staatlichen Schulen integriert werden. Man ist im Gespräch mit Schulverwaltungen und Ämtern, da es nach Meinung der Betroffenen noch immer zu wenig staatliche Betreuungsangebote geben. "Leider gibt es auch zu wenig schulpsychologische Beratungsstellen, die bei einem Verdacht die Kinder auf ihre Intelligenz testen könnten. Dort gibt es wahnwitzige Wartezeiten," beschwert sich Irene Mundel.
Doch erst mit diesem Test könne man herausfinden, wie viele Jahre das Kind seiner Entwicklung voraus sei. Wer diesen Test bei einem privaten Anbieter machen lasse, müsse bis zu 240 Euro dafür zahlen. Trotz aller Widrigkeiten ist es den beiden Mütter wichtig, dass "Hochbegabung etwas tolles ist, ein Geschenk, vor dem man nicht Angst haben muss." Wer gerne zu den regelmäßigen Treffen der Elterngruppe Stuttgart kommen möchte, sei herzlich eingeladen. In diesem Kreis sei es dann auch möglich, private Erfahrungen zu schildern, ohne dass es - wie sonst vielleicht im Freundeskreis - heiße, man gebe an. Auch erfährt man hier, was es für Möglichkeiten gibt, sein Kind zu fördern. aro
Der nächste Elternabend der Elterngruppe Stuttgart findet am Freitag 28. September um 19.30 Uhr in den Räumen der "Kiss" statt. Weitere Informationen gibt es bei Silvia Menzel-Beck unter Telefon 07156 - 95 14 58 oder per E-Mail an: eg-stuttgart@lvh-bw.de. Thema wird sein: Probleme von Kindergarten- und Schulkindern.